Pressemitteilung des Augsburger Klimacamps am 11.08.2023

Polizeieinsatz bei Deutsche-Bank-Filiale am Königsplatz: 50-jährige Unterstützerin des Klimacamps markiert Schaufenster für dokumentierte Geschäfte mit der Ölindustrie

Die Deutsche Bank bekommt nicht genug von der Ölindustrie.

Die Deutsche Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem die ehemalige Mitarbeiterin und Nachhaltigkeitsbeauftragte Desiree Fixler massive Unstimmigkeiten aufdeckte und die Frankfurter Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm (FAZ, Süddeutsche, Handelsblatt, Fonds Professionell), bemalte am heutigen Freitagvormittag (11.8.2023, 10:30 Uhr) nun eine 50-jährige Unterstützerin des Augsburger Klimacamps das Schaufenster der Filiale am Königsplatz, ähnlich wie die Letzte Generation regelmäßig Symbole für Klimazerstörung mit greller Warnfarbe markiert. Mit ihrer Kunstaktion kritisiert Ute G. die dokumentierten Geschäfte der Deutschen Bank mit der fossilen Energiewirtschaft. In Zeiten der Klimakrise seien solche klimaschädlichen Geschäfte unverantwortlich.

„Banken sind gefährliche Treiber der Erdaufheizung“, erklärt Ingo Blechschmidt (35) vom Klimacamp. In der Tat finanzieren Banken auch aktuell noch mit Milliardengeschäften den Ausbau fossiler Brennstoffe. Unter den deutschen Kreditinstituten finanziert die Deutsche Bank am meisten die fossile Energiewirtschaft, weltweit liegt die Deutsche Bank auf Platz 22. Insgesamt haben Banken seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 Konzerne im Bereich Kohle, Gas, Öl mit fast 2 Billionen Euro finanziert.

Als die Deutsche Bank zuletzt durch eine Kletteraktion von Greenpeace in den Fokus öffentlicher Kritik geriet, musste sie zugeben, bislang keinerlei Richtlinien in Bezug auf klimaschädliche Geschäfte mit der Gas- und Ölindustrie zu haben.

Internationale Schuldenfallenpolitik auf den Kopf stellen

Mit ihrer Aktion fordern die Augsburger*innen um Ute G.: Die Deutsche Bank sollte ihre Partner im globalen Süden von der erdrückenden Schuldenlast befreien, ihre Schulden streichen und so dazu beitragen, die internationale Schuldenfallenpolitik auf den Kopf zu stellen. „Angesichts dessen, dass die Deutsche Bank sogar jetzt noch aktiv die Klimakrise befeuert, ist das nur fair“, so Blechschmidt.

Nicht die erste Aktion

Es ist nicht die erste Aktion der Unterstützer*innen des Klimacamps zum Thema Divestment. Erst vor einer Woche färbten sie den Brunnen vor der Sparkassen-Filiale am Königsplatz giftgrün und forderten Oberbürgermeisterin Weber damit auf, ihren Sitz im Aufsichtsrat zu verwenden, um die über Deka abgewickelten klimaschädlichen Geschäfte der Augsburger Stadtsparkasse mit Kohle, Gas und Öl zu unterbinden und dem im Sparkassengesetz verankertem Gemeinwohlauftrag Folge zu leisten (a.tv, AZ). Diese Empfehlung findet sich auch in der städtischen KlimaKom-Studie (Seite 253). Gegenüber a.tv wies die Sparkasse die Dokumentation dieser Geschäfte zurück.

Keine filigrane Sabotage

Zwar ähnelt die Aktion äußerlich den großen Sprühaktionen der Letzten Generation, die immer wieder Privatjets oder Luxusgeschäfte mit greller Warnfarbe markieren, um auf die ungerechte Verteilung der Folgen der Erdaufheizung aufmerksam zu machen. Doch die 50-jährige Unterstützerin des Klimacamps achtete genau darauf, mit ihrer Aktion keine Straftat zu begehen: Eine Nacht zuvor hatte sie an der Fensterscheibe eine Schutzfolie angebracht. Und auch für die Zukunft schloss sie friedliche Sabotage bei der Deutschen Bank aus.