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Schnee im Klimacamp

Der Adventskalender das Augsburger Klimacamps

Klimacamp neben dem Rathaus – seit dem 1. Juli 2020

Der fünfte Jahrestag des Pariser Klimaabkommens ist verstrichen und wir befinden uns noch immer weit davon entfernt Politik zu führen, die mit dem 1,5-Grad-Ziel übereinstimmt.

Der Bundestag sollte am 3. Juli 2020 das Kohleeinstiegsgesetz beschließen. Das war unser Anlass, am 1. Juli das Klimacamp zu errichten: 1½ Jahre Demonstrationszüge von Fridays for Future waren unzureichend, um diesen klimapolitischen Wahnsinn zu verhindern. Das Gesetz sieht vor, dass durch Zahlungen an Kohlekraftwerksbetreiber die Kohlekraft mit Steuergeldern bis 2038 künstlich am Leben gehalten wird. Nach Berechnungen von Wissenschaftler*innen kann Deutschland das demokratisch beschlossene Pariser Klimaabkommen nicht mehr einhalten, wenn dieses Gesetz tatsächlich umgesetzt wird.

Aber auch unsere Augsburger Stadtregierung muss Verantwortung übernehmen – tut sie aber nicht. Sie ist der Hauptadressat unseres Protests. Der schwarz-grüne Koalitionsvertrag sieht vor, drei Mal so viel CO₂ in der Atmosphäre zu deponieren, als Augsburg selbst bei einer sehr wohlwollenden Rechnung noch zusteht. Wir fragen: Mit welchem Recht nimmt sich die Stadt Augsburg heraus, ihr CO₂-Restbudget so sehr zu überschreiten? Wir formulieren vier konkrete Forderungen an unsere Stadtregierung.

Das Klimacamp wurde von Fridays for Future Augsburg errichtet und ist das erste seiner Art – mittlerweile gibt es mehrere weitere Klimacamps in anderen Städten. Es ist aber kein reines FFF-Camp, schon an Tag 1 waren wir Klimagerechtigkeitsaktivist*innen diverser weiterer Initiativen wie Ende Gelände, Extinction Rebellion, Greenpeace, Grüne Jugend und Aja. Auch Einzelpersonen ohne Heimatinitiative machen bei uns mit. Und wir bleiben. Bis es die Situation zulässt. #nichtmituns #fightfor1point5 #wircampenbisihrhandelt

Update: Wir sind (Stand 16.1. – Tag 200) immer noch hier. Das Verwaltungsgericht bestätigte kürzlich unsere Rechtmäßigkeit (und war sich seines Urteils so sicher, dass es keine Berufung zuließ). Seit Eröffnung des Camps verbrauchte die Stadt bereits 8 % des ihr zustehenden CO₂-Restbudgets. Mehrere gute Anträge der Opposition, die sich durch das Klimacamp ergaben, wurden nicht zur Diskussion im Stadtrat zugelassen.

Ravensburg (12.12.): Augsburg ist bei der Errichtung des Ravensburger Klimacamps behilflich.

Fotos zur freien Verwendung Adventskalender Podcast

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Was wir konkret machen

Im Sommer organisierten wir ein umfangreiches Vortrags- und Workshopprogramm. Tage ohne besonderes Programm konnte mensch an einer Hand abzählen. Besonders wichtig war es uns, Stimmen aus der Wissenschaft Gehör zu verschaffen und damit uns sowie die stets eingeladene Lokalpolitik weiterzubilden. Als die Corona-Inzidenz so besorgniserregend zunahm, pausierten wir unser Vortragsprogramm.

Jeden Tag sprechen wir mit Passant*innen, die am Camp vorbeikommen oder uns besuchen; wir verlesen Reden; und wir machen mit Sprechchören und Liedern auf das klimapolitische Totalversagen der Regierung aufmerksam. Unsere Öffentlichkeitsarbeit steht auch im Fokus unseres Video-Adventskalenders und unseres Podcasts.

Daneben führen wir zahlreiche Gespräche mit Lokalpolitiker*innen – im Sommer auch oft öffentlich in Form von Podiumsdiskussionen. Dabei erlangten wir den Eindruck, dass die Opposition im Augsburger Stadtrat die nötige Eile in der Bekämpfung der Klimakrise weitgehend verstanden hat, während die schwarz-grüne Regierungskoalition weiterhin das Wohlergehen der Wirtschaft im kommenden Quartal über die Bedürfnisse der Menschen (und der Wirtschaft in langfristiger Perspektive) stellt.

Daher führen wir zahlreiche Aktionen durch, die im Klimacamp ihren Anfang nehmen.

Corona

Dadurch, dass wir im Freien sind und aufgrund der besonderen Lage zwischen Ober- und Unterstadt fast immer ein Wind weht, ist das Infektionsrisiko auf dem Camp zum Glück reduziert. Trotzdem nehmen wir seit Beginn des Camps die Corona-Pandemie sehr ernst. Schon seit Tag 1 des Camps gilt: Wir halten Abstand und tragen Maske. Desinfektionsmittelfläschchen sind über das ganze Campgelände verteilt, sodass sie stets griffbereit sind. Im Hinblick der besorgniserregenden aktuellen Entwicklung der Situation erhalten alle Menschen, die sich auf dem Camp aufhalten, eine Belehrung über unser Schutzkonzept.

Aktuelle Regeln (20.12.): Im schlecht durchlüfteten großen hinteren Zelt darf sich stets nur eine Corona-Bezugsgruppe aufhalten, im Haus vorne und im Küchenpavillon nur zwei Personen. Der Küchenpavillon darf nur mit desinfizierten Händen betreten werden. Vorträge mit großem Publikum sollen momentan nicht im Camp stattfinden. Wir halten stets echte 1½ Meter Abstand, beim Essen echte 3 Meter. Unsere Maske nehmen wir nur zum Essen ab.

Impressum

Direkter Kontakt zur rechtlich verantwortlichen Person: +49 176 95110311 (Ingo Blechschmidt, Arberstr. 5, 86179 Augsburg, iblech@web.de). Weitere Kontakte: +49 177 3639551 (Paula Stoffels, paula.stoffels@web.de) und +49 162 6696097 (Alexander Mai, alex.mai@posteo.net).